Die Digitalisierung der Arbeitswelt im Spiegel

In einer vierteiligen Serie beschreibt der SPIEGEL die Folgen des digitalen Wandels.

Markus Dettmer und Janko Tiez haben in Ausgabe Nr. 17/19.4.14 ein paar kräftige Statements verfasst oder zusammengetragen:

Die Digitalisierung verändert die Wirtschaft so grundlegend wie einst die erste industrielle Revolution.

Sieht sie so aus, die Arbeit der Zukunft? Frei und selbstbestimmt, an keine Zeit und keinen Ort der Welt gebunden?

Die Arbeit wird sich künftig in zwei Welten abspielen: in Megakonzernen und in Mikrounternehmen.

Wer eine gute Idee hat, kann online Geldgeber finden, Mitarbeiter beschäftigen, Rechnerkapazitäten mieten und seine Produkte global vermarkten.

Die neuen Möglichkeiten verändern die Arbeitswelt grundlegend. Sie lassen die Grenzen zwischen Festanstellung und befristeten Jobs, zwischen drinnen und draußen, zwischen Arbeit und arbeitslos verschwimmen.

„Nicht die Idee eines Einzelnen ist die Lösung, sondern die kreative Kraft vieler“, sagt Unterberg, Gründer von jovoto

Das Internet hebt die Konkurrenz auf ein neues Niveau. Zwar können Kreative ihre Arbeiten Weltkonzernen wie Audi präsentieren, bei denen sie früher keine Chance hatten. Aber zugleich konkurrieren sie nun weltweit.

Internetplattformen als eine art Ebay für Arbeitskräfte sind heute schon Realität.

Möglicherweise wird die Online-Arbeit zu einem der führenden Modelle der Arbeitsverhältnisse des 21. Jahrhunderts.

Montagemeleiter können direkt von der Baustelle Verträge schließen und mit einem Spezialstift oder dem Finger auf dem Tablet unterschreiben. // In der Zeit, in der ein Montagemeister früher eine oder zwei Baustellen betreut hat, könnte er künftig das Doppelte schaffen. // Früher hat ein Montageleiter auch mal den einen oder anderen Arbeitsschritt vergessen. Doch die App vergisst nicht.

Wirtschaft und Gesellschaft würden von dem Wandel „nahezu totalitär erfasst“ sagt IG Metall-Vorstand Christine Benner.
Weder für Cloudworking noch für Crowdsourcing gebe es ausreichend rechtliche Rahmenbedingungen.

Mechanical Turk ist die Fließbandhalle der Wissensgesellschaft.

Die Gewerkschaften fordern ein Bündnis für eine freiheitliche, sozial gerechte Digitalisierung. 

Es müssen nicht nur für Festangestellte, sondern auch für Selbständige wie Crowdworker Mindestarbeitsbedingungen gelten.

Der amerikanische Computerwissenschaftler Martin Ford hält 75 Prozent Arbeitslosigkeit im Laufe dieses Jahrhunderts für möglich.

Die Forscher Michael Osborne und Carl Benedikt Frey von Oxford University ziehen ein verheerendes Fazit: Fast die Hälfte aller Jobs ist innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahrzehnte durch die Digitalisierung gefährdet.

In einem New Yorker Krebsforschungszentrum werden bereits Computer als Diagnose-Tools eingesetzt, sie erstellen anhand von Datenvergleichen den bestmöglichen Behandlungsplan.

Im Bildungssektor erstellt Software Aufgaben, korrigiert die Lösungen und erkennt Schwächen der Schüler.

„Die Überlegenheit der Algorithmen über das menschliche Urteil wird wahrscheinlich immer häufiger vorkommen“

„Im ersten Maschinenzeitalter ging es darum, Muskelkraft zu automatisieren“, sagt Brynjolfsson. „Jetzt, im zweiten Maschinenzeitalter, wird es darum gehen, kognitive Arbeit zu automatisieren“

„Jetzt wird Technologie nicht immer nur Ergänzung sein – sondern häufig auch Ersatz für die menschliche Arbeitskraft“

Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO): „Seit Jahrzehnten werden Diskussionen geführt, ob die Fabrik der Zukunft menschenleer ist, genauso übrigens, ob das Büro der Zukunft papierlos ist“, sagt Bauer. Das Ergebnis? „Nie gab es mehr Arbeitsplätze in Deutschland als heute.“ „Am Ende hat jeder technische Fortschritt mehr Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen als vernichtet“, sagt Bauer. „Der Mensch besitzt die Fähigkeit, den entstehenden Freiraum für Prozessverbesserungen und Innovationen zu nutzen.“

Dass allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass Restaurantköche in den nächsten 20 Jahren durch Computer ersetzt werden bei 96,0% liegt (Abbildung auf Setie 96), daran hab ich meine Zweifel.

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