Der Wandel als Kontinuität

Eigentlich ist es müssig, über den digitalen Wandel zu schreiben. So viel wandelt sich ständig, dass die Betrachtung über den Wandel veraltet ist, kaum habe ich sie ausgesprochen. War der Erwerb einer neuen Kasse einst eine Investition für das ganze Leben eines Krämerladens, wechselt man heute das „Customer Relations Management Tool“ bald jährlich, der heisseste Shit jagt den geilsten Scheiss, der Wandel wird zur Kontinuität. Ihn jedesmal als Wandel wahrzunehmen ist zu anstrengend geworden, ich spar mir die Aufregung, nehme ihn stumpf hin und will mich auf nichts mehr wirklich einlassen, denn morgen ist sowieso wieder alles anders.

Die interessante Frage in diesem ganzen Wandel-Wahnsinn ist, welche Veränderungen die Welt – und unser Leben wirklich verändern. Der schnellere Prozessor im Laptop bestimmt nicht. Das Carsharing? Ich befürchte, dessen Gegner werden recht bekommen und wir fahren alle genauso viel Auto wie zuvor, einfach nur mit geteilten statt mit geleasten Fahrzeugen. Das Crowdfunding? Fällt mir auch nur ein Ding ein, das es ohne Crowdfunding nicht gegeben hätte? Open Source? Ein kalifornisches Unternehmen stellt die technischen Daten für sein geniales Elektro-Auto der Welt zur Verfügung – aber passiert auch etwas damit?

Kulturpessimismus am Freitagabend. Frag mich Montagmorgen noch einmal.

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