Fight Mob

Es ist der größte Horror, den uns das Internet bescheren kann. Der IS, so ist täglich in den Medien zu lesen, rekrutiert täglich und weltweit Islamische Kämpfer über die Sozialen Netzwerke, deren Name dadurch zu einer Ironie verkommen. Wir erleben gerade den vermutlich größte und grausamsten Flash-Mob der Geschichte. Flash Mobs waren bislang nette, belanglose Veranstaltungen; Fahrradfahrer legen einen Kreisverkehr lahm, hundertfünfzig Tänzer und Tänzerinnen rocken den Hauptbahnhof und im kriegerischsten Fall bekämpfen sich Kreuzberger und Prenzlauer Berger bei einer Schneeballschlacht. Mit dem Aufruf der IS zum Heiligen Krieg bekommt der Flash Mob eine ganz neue Bedeutung, Mob im wahrsten Sinne des Wortes – der Mob wird weltweit zusammengerufen, die Zerstreuten, die, deren Leben bislang keinen Sinn hatte, die, die nicht wussten, wo sie hingehören hören nun die Flöten der muslimischen Rattenfänger.

Meine Horrorvorstellung war immer, dass die Daten der Sozialen Netzwerke eines Tages von einem „Bösen“, von einem „Hitler 2.0“ missbraucht werden könnten, um „ungeliebte Elemente“ zu identifizieren und zu eliminieren. An die andere Möglichkeit hatte ich nicht gedacht: Dass die Wir-haben-uns-alle-lieb-Welt des Internets missbraucht werden könnte, um sich eine Armee von Gotteskriegern und Gotteskriegerinnen zusammenzurufen, innerhalb von wenigen Wochen und Monaten. Und vermutlich werden am Ende beide Effekte kombiniert: Sowohl die Armee der Erleuchteten wird über das Internet zusammengestellt als auch die Listen derer, die in deren Augen nicht würdig sind, auf dieser Welt zu leben.

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