Einstellungssache

Neue Kommunikationsmittel stellen immer wieder aufs Neue in Frage, was als „normal“ gilt. Sagt mir ein Ossi: In der DDR hat man einem Freun einen Zettel an die Haustür geklebt, „wir treffen uns um 8 im Pips“, das war verbindlich – und normal. Normal war auch lange Zeit, dass man ans Telefon geht, wenn dieses klingelt, bis der Telefonbeantworter kam, mit dem man den Anrufer auflaufen lassen rsp. aufnehmen konnte, und die Anrufernummeranzeige: „nö, für Mutti hab ich jetzt grad überhaupt keinen Nerv.“
Ich dachte eigentlich, dass es auch heute noch sowas wie eine natürliche Hierarchie der Kommunikationsmittel, deren Wichtig- und Verbindlichkeit, gibt
1. Die Haustür: Wenn jemand davorsteht, macht man auf
2. Das Festnetz (ja, es gibt es noch) Telefon: Wenn es klingelt, nimmt man ab (mit obengenannten Fluchtmöglichkeiten)
3. Das Mobiltelefon: Wenn es klingelt, drückt man den Anrufer zumindest weg, um das Meeting nicht zu stören.
4. Die sms: Die Ur-SMS macht pip pip und verlangt somit, sofort gelesen zu werden
5. Die e-mail: Soll nach Digital-Knigge innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden
6. Die Facebooknachricht
7. Die Xingnachricht
8. Die Chatnachricht
9. wird kommen
Spätestens wer einen Urlaub mit Jugendlichen koordinieren will wird merken, dass es diese „natürliche Hierarchie“ nicht gibt, dass plötzlich die Facebooknachricht bip bip macht und oberste Priorität hat. Im schlimmsten Fall macht alles, also auch die e-mail bip bip und alles will sofort Deine Auf merksamkeit.

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