Facade Book

Jeder Mensch hat ein „offizielles“ und ein „wahres“ Leben. Das „Offizielle“ ist das, wie er sich gerne sähe und wonach er strebt, das „Wahre“ ist dann das, was dabei herauskommt – je nachdem schätzungsweise zwischen 10 und 70% von dem, was er sich wünscht.

Facebook ist ein ideales Tool, um das offizielle Leben eines Menschen sichtbar zu machen. Man postet die Dinge, die dem Leben entsprechen, das man gerne hätte. Man postet die Momente, in denen man so ist, wie man gesehen werden will. Posten gleich posen.

Ausflug der Familie auf den Spargelhof: Krach beim Frühstück, Krach bei der Hinfahrt, Krach beim Spargelschälen, Krach beim Geschirrspülen. Gepostet wird die glückliche Familie beim Abwiegen der Spargeln in der rustikalen Scheune.

Man stelle sich vor, alle würden plötzlich ihre dunklen Seiten und Gedanken posten. Das wär ja mal interessant; ihre Probleme mit dem Aufstehen, mit ihrem Gewicht, dem Alkohol der Beziehung und dem Sexualleben. Facebook würde von heute auf morgen zur größten Selbsthilfegruppe der Welt!

Aber auch wenn Facebook vorgibt, das „wahre Leben“ der Menschen abzubilden (immerhin ist der Content „authentisch“ weil von den Leuten selber generiert und eingestellt), zeigt es stumpf nur die eine Seite der Medallie – darum reich auch lediglich ein Like-Button.

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