Strandgut

Es ist Morgen. Die Kinder sind in der Wellensurfschule. Am Nachmittag kommt der Wind. Da sind sie in der Kitesurfschule. Ich geh dem Strand entlang. Die ehrgeizigen Menschen joggen an mir vorbei. Ich mag die Tätigkeit genauso wenig wie das Wort, das sie beschreibt.

Eine junge Frau allein auf weiter Flur. Sie fotografiert sich selber in der Morgensonne, lässt ihre Haare im Wind flattern und prüft dann das Foto sehr genau, bevor sie es postet. Sie ist nicht hier sondern zu Hause, wo die Menschen schon Mittagspause haben. Unter ihrem Foto steht vermutlich „yeah“.

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Der Bordercollie trägt ein Muschelhalsband, was sonst, der Appenzellerhund trägt ja auch ein Appenzeller Halsband mit Almaufzugmotiven.

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Der Muschelverkäufer hat nur ein Bein und humpelt zum Meer. Und ich schäme mich für die naheliegende, blutrünstige und sensationslustige Vorstellung, wie der weisse Hai dem tapferen Surfer das Bein ausreisst und wie dieser vor Schmerz schreiend von seinen Freunden gehalten auf dem zerbeulten, laut hupenden und Russ ausspuckenden Pickup ins lokale Hospital gefahren wird.

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Ein Deutsches Paar streitet laut gegen den Wind an. Sie schreit „das kann doch wohl nicht wahr sein“ während dem er schuldbewusst seinen Zeh in den Sand bohrt. Vermutlich hat er der schönen Surflehrerin hinterhergekuckt oder mehr als nur gekuckt, oder er hat sich angesichts der braungebrannten und gestählten Surferfiguren einen Kommentar über ihren Marshmellowkörper erlaubt.

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