Wollt Ihr die totale Schreibmaschine?

Das globale digitale Versenden von Daten macht eigentlich keinen Sinn.
Sätze wie „Ich habe Dir eine mail geschickt“ oder „hast Du meine mail bekommen“ wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Denn eigentlich geht es nur um Zugriffsrechte. Wer darf was lesen und wer nicht.
„Ich habe das mit Dir geshared“ ist das neue „Ich habe Dir das geschickt“.
Und statt „Ich habe Deine mail bekommen“ heisst es dann „ich habe auf Deine mail zugegriffen“

Die Dokumente müssen also nur noch einmal vorhanden sein, versehen mit beliebig vielen Zugriffsrechten. Eine Sammelmail ist dann einfach ein Dokument, auf das eine Sammlung von Menschen Zugriff hat.

Der Gipfel dieser Entwicklung ist, dass nicht nur die Dokumente nur einmal vorhanden sein müssen sondern dass auch die Programme, mit denen sie erstellt werden nur  einmal vorhanden sein müssen. Sätze wie „Ich konnte Ihre Datei nicht lesen, auf meinem Rechner ist kein Keynote installiert, wird es dann auch nicht mehr geben. Das gerade in diesen Tagen massiv beworbene Chrome Book von Google (von wem sonst) macht’s vor – es ist nur noch ein Schreib- und Lese-Medium, hat also (soweit ich das versteh) selber gar keine Programme mehr. Es ist mehr oder weniger ein Telefonhörer zur digitalen Welt, nur mit Bildschirm.

Gibt es bald nur noch ein globales Word-Programm, auf dem alle Schreiben? Man stelle sich vor, Marx und Hitler würden zu derselben Zeit leben und gleichzeitig auf derselben Schreibmaschine an dem Manifest und an dem Kampf arbeiten – getrennt nur durch die dünne Schicht der Zugriffsrechte.

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