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Mehr Müll

Mir war klar, dass es das geben muss. Und jetzt, wo ich’s seh‘ empfinde ich dennoch Ent-Täuschung. Buffer: Ein Programm, dass vorbereitete Tweets über den Tag verteilt in die Welt plappert, um den Eindruck zu erwecken, das da jemand ganz besonders wach ist, währenddem der jemand grad pennt oder ein Bier trinkt oder im Freibad schwimmt. Ich fühle mich verarscht, sah ich doch den einzigen Sinn von Twitter in der Aktualität dieses Mediums. Zum Beispiel marschieren 200 Polizisten am Görlitzer Bahnof auf und Twitter sagt mir warum (ich bin etwas beschämt, als mir auffällt, dass ich zuerst Twitter befrage, bevor mir einfällt, dass ich auch einen der 200 Polizisten fragen könnte). Andererseits erklärt mir die Entdeckung von Buffer auch, wie systematisch kommunikativer Müll generiert wird, zumal Buffer ja nur eine von vielen kommunikativen Dreckschleudern ist. – Wenn die Leute sich schon die Mühe nicht mehr machen, ihre Tweets selber zu verschicken, warum soll sich dann irgendjemand die Mühe machen, diese zu lesen? Kommunikation der Kommunikation Willen, das ist ungefähr so nervig, wie die penetranten Schulkinder, die einfach mal die Hand heben, um dem Herrn Lehrer oder der Frau Lehrerin zu zeigen, dass sie anwesend sind aber keine Ahnung haben, was sie sagen wollen, wenn sie mal gefragt werden.

Noch ein Weg, wie kommunikativer Müll in die Welt gelangt: Eine Studie ergibt, dass ein Großteil aller Artikel, die bei Facebook gepostet werden, vom Poser selbst nicht gelesen wurden. Ich share hier mal den Artikel mit Euch. Selber habe ich ihn nicht gelesen.

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Die Cloud - der digitale Himmel

Wollt Ihr die totale Schreibmaschine?

Das globale digitale Versenden von Daten macht eigentlich keinen Sinn.
Sätze wie „Ich habe Dir eine mail geschickt“ oder „hast Du meine mail bekommen“ wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Denn eigentlich geht es nur um Zugriffsrechte. Wer darf was lesen und wer nicht.
„Ich habe das mit Dir geshared“ ist das neue „Ich habe Dir das geschickt“.
Und statt „Ich habe Deine mail bekommen“ heisst es dann „ich habe auf Deine mail zugegriffen“

Die Dokumente müssen also nur noch einmal vorhanden sein, versehen mit beliebig vielen Zugriffsrechten. Eine Sammelmail ist dann einfach ein Dokument, auf das eine Sammlung von Menschen Zugriff hat.

Der Gipfel dieser Entwicklung ist, dass nicht nur die Dokumente nur einmal vorhanden sein müssen sondern dass auch die Programme, mit denen sie erstellt werden nur  einmal vorhanden sein müssen. Sätze wie „Ich konnte Ihre Datei nicht lesen, auf meinem Rechner ist kein Keynote installiert, wird es dann auch nicht mehr geben. Das gerade in diesen Tagen massiv beworbene Chrome Book von Google (von wem sonst) macht’s vor – es ist nur noch ein Schreib- und Lese-Medium, hat also (soweit ich das versteh) selber gar keine Programme mehr. Es ist mehr oder weniger ein Telefonhörer zur digitalen Welt, nur mit Bildschirm.

Gibt es bald nur noch ein globales Word-Programm, auf dem alle Schreiben? Man stelle sich vor, Marx und Hitler würden zu derselben Zeit leben und gleichzeitig auf derselben Schreibmaschine an dem Manifest und an dem Kampf arbeiten – getrennt nur durch die dünne Schicht der Zugriffsrechte.