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SAAB

1974
Die Familie des Ingenieurs hat ein Haus in Modulbauweise (in Deutschland würde man dazu Plattenbau sagen) und einen SAAB 90, um in dem biederen Schweizer Dörfchen Fortschrittlichkeit zu demonstrieren.
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1988
Die Kids der Redwood High School mieten sich vorzugsweise ein SAAB Cabrio, um (im ebenfalls geliehenen Tuxedo)  zu ihrer Prom Party zu fahren.

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2013
Ich leihe mir über die Carsharingplattform Autonetzer einen alten SAAB.
Ich zu meiner Frau: Ich muss noch den SAAB zurückbringen.
Sie: Den WAS?

Abgesang auf eine Schwedische Kult-Marke, die 1947 gegründet wurde, 2011 Insolvenz anmelden musste und 1914 – mit Geld aus China und Japanwiederauferstehen soll.

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Scheiß Internet

Selbstversuch: Schaff ich es, ohne in Hundekot zu treten von der U-Bahn Station (am Kotti) bis zur Arbeit (im Betahaus) zu kommen und dabei den kompletten Mail-Eingang zu checken?

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Mensch, Du kannst ja sprechen!

Ein weiteres mal zum ersten mal.
Heute: Mein Blog kann sprechen.
Und: Mein erstes File auf Soundcloud
(wo sich WordPress und Youtube so gegen Soundfiles sperren)

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on air –> on line

Ich könnte meinen Blog auch unter den banalen Titel „zum ersten mal“ stellen. Die digitale Entwicklung (ob’s ein Fortschritt ist, bleibt noch abzuwarten) erlaubt es uns auch als erwachsene Menschen noch fast täglich, etwas Neues zu erleben, wenn wir denn darauf achten.

Heute zum Beispiel höre ich zum ersten mal auf dem Weg zur Arbeit ONLINE Radio. Der Übergang von der Generation Telefonier-nicht- zu-lang-denk-was-das-kostet zur Flachraten-Generation macht’s möglich. Vor nicht langer Zeit war Online Radio selbst zu Hause eine Sensation – Schweizer Radio mitten in Berlin – heute hör ich Karibik Lounge in der U1.

Tschüss Arno Müller. Tschüss Jochen Trus. Ob on air oder on line – Ihr seid raus.

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aus geschildert

Wenn wir an einem Ort sind, den wir selber kennen, verlassen wir uns  auf unsere eigene Orientierung. Wäre parallel das Navigationssystem aktiviert, könnten wir noch erkennen, wie es bisweilen absurde Wege zum Ziel auswählt. Normalerweise jedoch ist es umgekehrt: Wir sind an einem Ort, den wir nicht kennen und vertrauen blind dem Navi. Mehr aus Gewohnheit, vergleichen wir noch, ob das, was auf dem Straßenschild steht, mit dem übereinstimmt, was der Bildschirm uns zeigt und die freundliche Frau uns sagt, und sind immer wieder von neuem erfreut, dass es stimmt. In 200 Metern rechts in die Maaßentraße abbiegen, aha, da ist sie ja schon, die Maaßenstraße. Steht da, Weiß auf Blau auf einem Messingschild – aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.

Noch vor wenigen Jahren hatten nur Autos Navigationsgeräte, heute navigieren sich schon Heerscharen von Touristen mit ihren Smartphones durch fremde Städte und Alpinisten vertrauen darauf, dass das Gerät den richtigen Weg zwischen Gletscher und Geröllhalde findet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jeder Mensch ein Navi bei sich trägt und jederzeit weiss, wo er ist. – Das ist der Moment, in dem wir die Schilder abhängen können, die Autobahnschilder, die Ortsschilder, die Straßenschilder, alle.

Und die Straßen-Namen? Sind dann eigentlich auch nur noch unnötige Deko. Das Navi braucht sie nicht, um uns zum richtigen Ort zu bringen. Reicht, wenn ich Siri bitte, mich zu Paul zu bringen, und Siri führt mich zu Paul, blind. Zugegeben, wenn ich jemandem einen Ort beschreiben will, wird das schwierig, so ganz ohne Namen: Ich wohne 52° 29′ 53″ N , 13° 21′ 10″ O, komm mich doch mal besuchen, wenn Du in der Gegend bist. – Ah wie praktisch, ich wohn nicht weit weg in 52° 29′ 54″ N , 13° 21′ 11″ O.

Wenn man den Gedanken konsequent zu Ende denkt, sind gar keine Schilder mehr nötig, in dem Moment, wo jeder Mensch jede nötige Information digital und im richtigen Moment zugespielt bekommt. Dann braucht es auch keine Stop- oder Achtung- oder Wasauchimmer-Schilder mehr. Man stelle sich vor, wie radikal das vor allem die uns bekannten Stadt-Bilder verändern wird.

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Das erst-E mal

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1. Sie werden kein Motorgeräusch hören
2. Passen Sie auf Fußgänger und Fahrradfahrer auf – sie werden Sie nicht hören

Danke für die beiden Hinweise, liebes Display, bevor ich zum ersten mal im Leben ein Elektro-Auto starte. Vielleicht wärs noch sinnvoll zu ergänzen, dass nicht nur der Fussgänger sondern auch der Führerschein massiv gefährdet ist, da zwar die Beschleunigung deutlich spürbar ist, nicht jedoch die Geschwindigkeit.

(Ich merke grad, dass meine Blog-Beiträge immer mehr Facebook-Posts ähneln. Hätt ich dasselbe Bild auf Facebook gepostet, hätt ich dazu wohl geschrieben, gefährdet nicht nur Fußgänger sondern auch den Führerschein, und hätt ich’s getwittert nur, geil)

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Twitter Dog

Twitter Dog

Und wenn Dir dann gar nichts mehr zum posten einfällt, dann lass es doch Deinen Hund tun. Den entsprechenden Hundehalter für die Kamera gibt es bei Sony (Bild). Der entsprechende Dalmatiner Tweet  zu den Bildern müsste ungefähr so lauten: „Heute an 23 Hundehaufen geschnüffelt und an 7 Bäume gepinkelt“. Und wenn die Kameras noch etwas kleiner werden, kann dann auch jeder Kanarienvogel seine Erlebnisse twittern.

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Facade Book

Jeder Mensch hat ein „offizielles“ und ein „wahres“ Leben. Das „Offizielle“ ist das, wie er sich gerne sähe und wonach er strebt, das „Wahre“ ist dann das, was dabei herauskommt – je nachdem schätzungsweise zwischen 10 und 70% von dem, was er sich wünscht.

Facebook ist ein ideales Tool, um das offizielle Leben eines Menschen sichtbar zu machen. Man postet die Dinge, die dem Leben entsprechen, das man gerne hätte. Man postet die Momente, in denen man so ist, wie man gesehen werden will. Posten gleich posen.

Ausflug der Familie auf den Spargelhof: Krach beim Frühstück, Krach bei der Hinfahrt, Krach beim Spargelschälen, Krach beim Geschirrspülen. Gepostet wird die glückliche Familie beim Abwiegen der Spargeln in der rustikalen Scheune.

Man stelle sich vor, alle würden plötzlich ihre dunklen Seiten und Gedanken posten. Das wär ja mal interessant; ihre Probleme mit dem Aufstehen, mit ihrem Gewicht, dem Alkohol der Beziehung und dem Sexualleben. Facebook würde von heute auf morgen zur größten Selbsthilfegruppe der Welt!

Aber auch wenn Facebook vorgibt, das „wahre Leben“ der Menschen abzubilden (immerhin ist der Content „authentisch“ weil von den Leuten selber generiert und eingestellt), zeigt es stumpf nur die eine Seite der Medallie – darum reich auch lediglich ein Like-Button.

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Google Brain

Krass wie abhängig ich schon von meinem iPhone bin. Ich weiss keine Dinge und Namen (mehr), finde den Weg nicht (mehr): ich lass Google Glass aus und warte auf Google Brain.

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Die Kopfstütze

Vorwort

Das Iron-Blogger Prinzip scheint zu funktionieren, besonders bei Schweizern wie mir. Einerseits sind Schweizer zu geizig um jede Woche ins Bierkässeli einzuzahlen, andererseits tun sie, was die Regel ist, und bei den Iron-Bloggern ist nun mal die Regel, jede Woche zu schreiben (Willhelm Tell hat die Regel nicht befolgt und den Gessler-Hut nicht gegrüßt, so gesehen kann er gar kein richtiger Schweizer gewesen sein)

Fremdmaterial
Die Not macht erfinderisch, und so führt denn auch der sanfte Druck der Iron-Blogger dazu, dass ich
a) selbst auf Heimaturlaub in der sonnigen Schweiz schreibe
b) zu Fremdmaterial greife
in diesem Falle zu einer faszinierenden Allegorie von Markus Neuschäfer (selber Blogger und Vereantwortlich für das Business Development beim Self-Publishing-Verlag epubli)

Die Kopfstütze (frei nach M. Neuschäfer)
unser Verhältnis zum Internet heute ist vergleichbar mit unserem Verhältnis zum Auto vor 100 Jahren. Zuerst haben wir uns reingesetzt, sind unbekümmert rumgefahren und haben uns gegenseitig reihenweise über den Haufen gefahren. Erst nach einigen Jahrzehnten haben wir begriffen, dass es eigentlich doof ist, bei einem Aufprall aus dem Auto geschleudert zu werden und haben den Sicherheitsgurt eingeführt. Etwas später fanden wir‘s auch unnötig, bei jedem Unfall zu riskieren, geköpft zu werden, weshalb das werteste Teil zuerst mit einer Kopfstütze von hinten, später mit einem Airbag von vorne geschützt wurde.  – Das Internet nutzen wir heute noch mit einer kindlichen Naivität und Unbekümmertheit – was hier die vorgeschriebene Kopfstütze und was die Sonderausstattung mit Airbag sein wird, ist noch unklar.