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Hybrides Wissen

Fahrgast: Halten eigentlich Ihre Batterien auch weniger lang bei dieser Kälte.

Taxifahrerin: Das ist ein Hybrid-Fahrzeug.

Der ist fast so gut wie der Witz mit dem Porschefahrer: Nehmen sie meinen Motor, ich hab noch einen im Kofferraum.

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das letzte mal Videothek

Sonntagabend, ich habe mich nach einem gemütlichen Filmabend angezogen, um durch die klirrende Kälte zur Videothek zu laufen, zum letzten mal, wie ich mir sage. Somit ist dies ein historischer Moment. Passend dazu der letzte Film, den wir uns ausgeliehen hatten: Der letzte Flug der Hindenburg.

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Systematische Verstümmelung der Sprache

Die digitale Wirtschaft betreibt, oft aus vermeintlicher Originalität, oft aber auch aus der puren Not heraus eine systematische Verstümmelung der Sprache(n). Nirgendwo ist dies deutlicher als in den Namen der Online-Unternehmen, aber auch in den URLs () der traditionellen Unternehmen.

Die Eigennamen
Unternehmen, die schnell genug (oder nicht schnell genug und dafür reich genug) waren, konnten sich noch ihre eigenen Namen als URL sichern:
-post.de
-bahn.de

Die Zwangs-Zusätze
Die Unternehmen, die weder schnell noch reich genug sind haben unschöne Zusätze wie
http://www.volvocars.de (und da geht’s schon los: war das jetzt mit oder ohne Bindestrich?)

Die Expliziten
– poppen.de, leicht zu merken (aber auch leicht mit ficken.de zu verwechseln)
– pizza.de (da muss Lieferheld.de schon ein paar Millionen in die Hand nehmen, um so klar zu sagen, was sie tun. Kommt dazu; jeder liebt Pizza, nicht jeder mag Helden. Und nicht jeder mag ein italohispanisches Lieferando)

Und jetzt wird’s sprachlich abenteuerlich
– swoodoo (ebenso nichtssagend wie opodo)
– flickr (zählt zusammen mit tumblr zu den schweren Halskrankheiten – und das sagt ein Schweizer! – währenddem pinterest zu den leichten Halskrankheiten zählt)

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24/7 : The Internet never sleeps

Sleepless in Berlin
wie kann man noch ruhig schlafen, wenn da draußen das Internet tobt? Es ist für den Neuankömmling schon schwer genug, in einer Stadt wie Berlin Schlaf zu finden – hier ist auch rund um die Uhr etwas los. Aber um zu einem Konzert zu gehen oder in eine Bar, muss ich mich immerhin noch aus dem Haus bequemen und aus dem Bett. Das Internet aber liegt auf dem Nachttisch mit all seinen Verlockungen.

Around the World
Der Arbeitstag beginnt mit der Videokonferenz mit Australien – erst 8 Uhr (und minus 4 Grad) in Berlin, schon 18 Uhr (und plus 36 Grad) in Melbourne – und endet mit der Videokonferenz mit Kalifornien – schon 18 Uhr in Berlin (Central Europe Time CET) und erst 9 Uhr in Los Angeles (Western Standard Time WST). Der „Around-the-World-Effekt“ kann für die Zusammenarbeit sehr praktisch sein; währenddem der eine Geschäftspartner schläft bearbeitet der am anderen Ende der Welt das „Werkstück“ weiter, hinterlässt es, wenn er schlafen geht, wieder dem ersten usw. Für den Fortschritt des Projektes kann das sehr effizient sein, für den Schlaf ist es tödlich.

The remains of the day
Es gibt dieses tragische Märchen über den Wolf und den Falken – oder war es eine Eule und ein Falke? – egal, die Geschichte funktioniert auch mit Bär und Waschbär, auf jeden Fall mit einem nachtaktiven und einem tagaktiven Tier; und wenn es Nacht wird, verwandelt sich der Prinz in den Wolf und der Falke wird zur Prinzessin und umgekehrt, was dazu führt, dass sich der verwunschene Prinz und die verzauberte Prinzessin nie sehen – oder eben nur kurz in der Dämmerung. Daran muss ich denken, wenn ich mit Australien telefoniere, und an den Film „the remains of the day“ (Was vom Tage übrig blieb), der nach meiner Erinnerung die unmögliche Liebe zwischen einem Nachtwächter und einer Gouvernante auf einem Herrschaftshaus thematisiert.

„Good morning“ sprach der Europäer.
„Good evening“ antwortete der Australier.

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Die Vermessung des Glücks

Quantified Self heisst die Bewegung in der sich Menschen – mit allen heute technisch machbaren Mitteln – selber analysieren: vom Puls über den Blutdruck bis zum Cholesterin- und Hormonspiegel. Die Frage dabei ist, warum sie das tun. Geht es darum, Schlimmes zu vermeiden (z.B. einen bevorstehenden Herzinfarkt) oder geht es darum, das Glück zu vermessen, d.h. den Zustand herauszufinden, in dem ich mich am glücklichsten fühle? Allerdings brauche ich nicht erst meinen Urin analysieren, um zu wissen, dass es mir nach einer durchzechten Nacht schlecht geht und dass es mir im Urlaub im Süden besser geht als bei der Arbeit im Norden.

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Die Birne ist der neue Apfel

Tublr ist das neue Facebook, sagt die Zeitung. Junge Menschen nutzen Facebook weniger seitdem die „Alten“ – also die digitalen Immigranten, die Mammas und Papas – Facebook erobert haben (und gerade freudig dachten, so den verlorenen Anschluss an die junge Welt wiedergefunden zu haben).

Ich beobachte ein Medienkarroussel; wie schon oben beschrieben, ersetzt Facebook für viele die SMS, Tumblr ersetzt also angeblich Facebook und demnächst teilen wir Fotos über Skype, finden unsere Freunde bei Pinterest, telefonieren über Xing und wenn Sie Kontakt mit mir aufnehmen wollen, so tun Sie das am besten gleich hier über den Blog.

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Offline

10’000m über der Erde und über den Wolken ist einer der letzten Orte, wo man (noch) offline, vom Internet, dem digitalen Mutterkuchen, getrennt ist. Ich versuche dennoch zum ersten mal auch hier meinen Blog zu schreiben und ich wette, dass sich das Internet den Beitrag einverleibt, sobald das Ausschalten des Ausschaltens, Flugmodus genannt, stattgefunden hat. First Class Passagiere haben schon heute das Privileg des Internet freien Fliegens verloren, auch Business-Reisende auf der Autobahn, die selbst bei 250kmh mit Ihren Chauffeurgetriebenen Limousinen dem Internet nicht entfliehen können.

ps: ich habe mich geirrt. Das Internet hat sich den Text nicht freiwillig geholt, es bedurfte, um ihn zu „publizieren“ eines WLANS in einer Beiz im letzten Chrachen der Schweiz, zu dem nur der Koch das Passwort kennt.

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Einstellungssache

Neue Kommunikationsmittel stellen immer wieder aufs Neue in Frage, was als „normal“ gilt. Sagt mir ein Ossi: In der DDR hat man einem Freun einen Zettel an die Haustür geklebt, „wir treffen uns um 8 im Pips“, das war verbindlich – und normal. Normal war auch lange Zeit, dass man ans Telefon geht, wenn dieses klingelt, bis der Telefonbeantworter kam, mit dem man den Anrufer auflaufen lassen rsp. aufnehmen konnte, und die Anrufernummeranzeige: „nö, für Mutti hab ich jetzt grad überhaupt keinen Nerv.“
Ich dachte eigentlich, dass es auch heute noch sowas wie eine natürliche Hierarchie der Kommunikationsmittel, deren Wichtig- und Verbindlichkeit, gibt
1. Die Haustür: Wenn jemand davorsteht, macht man auf
2. Das Festnetz (ja, es gibt es noch) Telefon: Wenn es klingelt, nimmt man ab (mit obengenannten Fluchtmöglichkeiten)
3. Das Mobiltelefon: Wenn es klingelt, drückt man den Anrufer zumindest weg, um das Meeting nicht zu stören.
4. Die sms: Die Ur-SMS macht pip pip und verlangt somit, sofort gelesen zu werden
5. Die e-mail: Soll nach Digital-Knigge innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden
6. Die Facebooknachricht
7. Die Xingnachricht
8. Die Chatnachricht
9. wird kommen
Spätestens wer einen Urlaub mit Jugendlichen koordinieren will wird merken, dass es diese „natürliche Hierarchie“ nicht gibt, dass plötzlich die Facebooknachricht bip bip macht und oberste Priorität hat. Im schlimmsten Fall macht alles, also auch die e-mail bip bip und alles will sofort Deine Auf merksamkeit.

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Die Nordsee und die Wolke

Ein Heer von Sekretärinnen war über Generationen damit beschäftigt, in Unternehmen die „Ablage“ zu machen. ganze Keller sind mit Ordnern gefüllt, die Dokumente ordnen sollen. Und damit die Dokumente auch wieder gefunden werden können, nachdem sie „abgelegt“ wurden müssen sie zwingend geordnet, zu-geordnet sein. Eine Auittung von Kunde A aus dem Februar 1964 war hoffnungslos verloren und nicht wiederauffindbar, wenn sie nicht unter Kunde A und Jahr 1964 abgelegt war. Die „Suchmaschine“ war allenfalls wieder die Sekretärin und ihre Nachtschicht.

Die Generation, die sich mit dem für ein unumgängliches Prinzip gehaltenen Ordnen arrangiert hat, hat sich erst einmal über die digitale Ablage gefreut, noch mehr über die digitale Suche (obwohl die Nachtschichten dadurch auch nicht weniger geworden sind). Ganz wollte man jedoch doch nicht auf die papiererne Ablage im eisernen und feuerfesten Büroschrank verzichten. So wird dann fröhlich digital UND manual gesucht.

Wer glaubt, das papierlose Büro sei Abenteuerlich, der hat sich noch nicht mit Cloud Office Systemen auseinandergesetzt, in die die Dokumente reingeworfen werden, wie der Müll in die Nordsee. Wer nicht 100 Prozent der Suchmaschine vertraut ist darin verloren wie ein Schiffbrüchiger auf dem offenen Meer.

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Datennazis und Kollaborateure

es ist ein schmaler Grat zwischen der absoluten Collaboration (gesprochen: collaboreischän) und der absoluten Kontrolle.

Die Begriffe Kollaboration und Kontrolle scheinen aus zwei verschiedenen Welten zu kommen. In einer Welt, in der wir all unsere Aktivitäten absolut transparent und „gläsern“ offenlegen, kann es keine „Kontrolle“ geben, wie man aus einem Gefängnis nicht ausbrechen kann, das keine Wände hat.

Ist die Privatsphäre tot? Hat sich der Mensch durch die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation tatsächlich so radikal verändert? Oder war’s anders rum und der Mensch hat sich so verändert, dass er nun diese neuen, transparenten Medien braucht – und wenn ja, warum und warum gerade jetzt?

Allein der neue Begriff „Datennazi“ lässt erahnen, dass es die Kontrollöre unter den Kollaboratören immer noch gibt.

Für alle sichtbare Kommunikation (mails auf oder für alle sichtbare private Nachrichten auf Facebook, Foursquare etc.) ist wie Grossraum-Kacken in Indien – wenigstens eine Sache, die wir noch lieber privat tun.